Archiv für die Kategorie „Schule & Erziehung“
Tagespflegestätten für Kinder unter 3 Jahren
Es ist ein Problem, mit dem vor allem ehemals westdeutsche Bundesländer zu kämpfen haben: die Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren sind miserabel. Es gibt kaum Krippen- oder Kitaplätze und Mütter müssen auf den Rücktritt in das Berufsleben verzichten, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Wenn es Betreuungsangebote gibt, dann greifen diese meist nur bis Mittag, sodass ein Elternteil gezwungen ist, halbtags zu arbeiten.
Daher trat nun das neue Kinderförderungsgesetz in Kraft. Es ist auch ein Teil der Maßnahmen, die die Bundesregierung einleitet, um gegen die Kinderarmut Deutschlands anzukämpfen. Im Rahmen dieses Förderprogrammes sollen nun 750.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden. Im gleichen Zug will man aber auch die Qualität der bisherigen Angebote verbessern. Bei Studien und Untersuchungen von landesweiten Betreuungseinrichtungen wurden erhebliche Defizite festgestellt. Diese fanden sich vor allem im Bereich der gesundheitlichen Förderung. Es geht dabei um die Betreuung, die in Kinderkrippen, Kinderläden, aber auch bei Tagesmüttern stattfindet.
Die Stiftung Kindergesundheit will nun einheitliche Leitlinien und Standards für die Gesundheitsförderung erarbeiten. Das Bundesfamilienministerium erteilte dazu den Auftrag. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Erziehungseinrichtungen den Kindern wirklich wichtige Werte und Normen vermitteln und auch Einfluss auf die Einstellung der Kinder haben. Zudem soll die Ausbildung männlicher Erzieher gefördert werden.
Außerdem ist es wichtig, sicherzustellen, dass Erzieher/innen und Tagesmütter optimal ausgebildet sind, um die Gesundheit der von ihnen betreuten Kinder optimal zu versorgen. Dazu müssen sie Wissen über gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und notwendige Hygienemaßnahmen erwerben.
Vor allem Infektionen und Unfälle sollen dadurch vorgebeugt werden. Aber auch die schlechte Ernährung deutscher Kinder ist ein Problem, dem bereits im Vorschulalter entgegengewirkt werden muss. Betreuung durch die Familie und durch Einrichtungen müssen sich dabei ergänzen.
Förderung für Migrationshintergründe
Das BLK-Programm FörMig ist ein Programm das speziell für Kinder und Jungendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland ins Leben gerufen worden. Ziel es Programms ist es die Sprache von diesen Kindern zu fördern um ihnen eine Chance für eine gesicherte Zukunft geben zu können. Das Bildungsprogramm wird im Kindergarten und auch in den Schulen eingesetzt um die sprachliche Entwicklung zu fördern um diese Kinder dann barrierefrei in den Beruf einsteigen lassen zu Kannen.
Die Kernkompetenz dieses Programms ist jedoch nicht nur die Schulung der Kinder, sondern auch die Familie wird beteiligt. Das geschieht in Bibliotheken oder Vereinen und an Tagen der offenen Tür. So wird die berufliche Integration schon im Kindesalter geprägt.
Das Programm existiert schon seit einigen Jahren. Es wird zum einem vom Bundesministerium für Bildung und F
orschung und zum anderen Teil von den jeweiligen Bundesländern finanziert.

Förderung, Quelle: Gerd Altmann/all-silhouettes.com / pixelio.de
Kinder die an diesem Programm teilnehmen haben deutlich verbesserte Chancen später einmal einen er
folgreichen Berufsweg zu gehen. Doch das Problem ist der Mangel an Motivation der Eltern ihre Kinder an diesen Programmen teilhaben zu lassen. Denn die meisten verstehen den Sinn dahinter nicht ganz. Zu dem Sprechen die Migrationskinder untereinander meistens in ihrer Muttersprache, oder falsche Ausdrücke und Konjunktionen setzten sich fest und sind nur schwer wieder los zu werden.
Im Programm wird sich vor allem auf Sprachdiagnostik, Sprachförderung und Mehrsprachigkeit konzentriert. Wichtig ist dass diese Aspekte mit in den täglichen Ablauf der Kinder eingebunden werden. So gibt es beispielsweise in der Schule speziellen Sprachförderungsunterricht. Und auch eine Kooperative Sprachförderungen gemeinsam mit anderen Kindern und anderen Familien trägt zur Verbesserung bei. Für die Zukunft muss es einfach eine größere Motivation geben um so viele Kinder und vor allem Eltern wie möglich von dieser Chance überzeugen zu können.
Sprachförderung und Integration
Berlin: Hauptstadt,Metropole und Multi-Kulti. Doch gerade in einer Stadt mit hohem Migrantenanteil, gibt es Bezirke, in denen die Grund-und Hauptschulen große Schwierigkeiten mit den Schülern in Puncto Sprache haben.
Doch ist die Beherrschung der Sprache eine Schlüsselkompetenz für die spätere Teilhabe am sozialen,kulturellen,politischen und wirtschaftlichen Leben. Wer die Landessprache nicht spricht, der kann nicht aktiv Teil der Gesellschaft sein.
Dies ist der Grund, warum Berlin jetzt auch ein eher unspektakuläres,aber sehr erfolgsversprechendes Projekt startet. In Berlin-Wedding, einem der ärmsten Viertel Berlins ( jeder 5.Einwohner,davon 40% Kinder bis zu 7 Jahren lebt von Sozialhilfe). Der Wohnraum ist sehr beengt hier, viele Eltern sind selbst bildungsfern und haben nicht die ökonomischen Mittel,ihren Kindern eine bessere Bildung zukommen zu lassen.
90 % der Kinder an der Projektschule sind sogenannte “ndH-Kinder”, was bedeutet,dass sie nicht deutscher Herkunftssprache sind. 80 % von ihnen wurde bei der Einschulungsuntersuchung bescheinigt,dass sie die deutsche Sprache ungenügend beherrschen würden. Denn die Muttersprache bleibt ihr alltägliches Kommunikationsmittel daheim. Obwohl die meisten Kinder nur einen vagen Bezug zu ihrem Herkunftsland haben.

Integration, Quelle: Gerd Altmann / pixelio.de
Das Konzept des Projektes besteht darin,dass die Deutsche Sprache künstlerisch vermittelt werden soll. Dabei werden 3 professionell ausgebildete Erzählerinnen von der UdK (Universität der Künste) den Schülern der 1./2. Klasse zweimal wöchentlich Märchen erzählen. Dabei werden Märchen aus jenen Kulturkreisen erzählt, aus denen die Kinder stammen. Die Märchen werden allerdings nicht in literarischer Form vorgelesen,welche sich ja deutlich von der Alltagssprache unterscheidet, sondern sie werden frei erzählt.
Nach etwa 4 Monaten konnten erste Erfolge verbucht werden. 40 Minuten hören die Kinder inzwischen gespannt zu und sprechen bestimmte Wendungen und Worte nach. Nach und nach erweitert sich ihr Wortschatz und mit der Zeit beginnen sie selbst Märchen zu erfinden und ihren Mitschülern zu erzählen.
Wenn man die Langfristigkeit und die Zeitintensität dieses Projekts betrachtet, so sieht man,dass die Lehrer dieses keinesfalls bereitstellen können, allerdings wäre es eine Option dieser jeder Schule solche professionellen Erzähler zur Seite zu stellen,wie es z.B. schon in England,Frankreich oder Norwegen der Fall ist. Denn somit werden die Kinder künstlerisch integriert und verlieren ihre Sprachbarrieren.
Was bedeutet Bildung in der heutigen Zeit?
In Zeiten der PISA-Studie und der Bologna-Erklärung ist das Thema Bildung wieder mehr in den Fokus gesellschaftlichen Interesses gerückt. Klar, denn deutsche Schülerinnen und Schüler haben in Vergleichstests im Gegensatz zu anderen Ländern extrem schlecht abgeschnitten. Wofür sich vorher niemand so richtig interessiert hat, ist nun Hauptanliegen zahlloser Schulreformen: Bildung so zu gestalten, dass sie auch wirklich „bildet“ – und zwar einen Menschen, der einerseits über Wisen verfügt, auf der anderen Seite auch damit umgehen kann.
Doch was ist denn Bildung überhaupt. Natürlich scheiden sich auch hier die Geister. Wer bei „Wer wird Millionär“ bis zur 500.000 Euro-Frage kommt, gilt als hochbegabt, wer in einer Diskussion bruchteilhaftes Wissen aus Wikipedia-Artikeln mehr schlecht als recht zitieren kann, wird als unglaublich intelligent bezeichnet.

Bildung heute, Foto: djohlen_flickr
Und dabei wird gerade in der PISA-Studie deutlich, dass bloßes Faktenwissen allein nicht reicht, nein,es fehlt vor allem an Basiskompetenzen wie Lesen und Rechnen. Zudem wurde auch das Sachwissen der Schüler als schlecht eingestuft. Doch was muss man denn eigentlich wissen, um gebildet zu sein? Muss man Latein sprechen und alle Muskeln des Körpers auswendig können?
Nein. Was wirklich wichtig ist, sind grundlegende Dinge: einfache mathematische Aufgaben lösen können, Prozentrechnung beispielsweise. Man muss lesen können, man muss vor allem auch sprechen können: eine fehlerfreie Beherrschung der Muttersprache sollte man von jedem Menschen erwarten können, der im vollen Besitz seiner geistigen Fähigkeiten ist.
Man muss wissen, was sich geschichtlich in Deutschland und der Welt zugetragen hat, nicht auf die Uhrzeit genau, aber Begriffe wie „Kalter Krieg“ oder „Monarchie“ sollten einem bekannt sein.
Was auch wichtig ist: ergänzendes Wissen, je nach Position und Beruf. So hat ein Arzt sich natürlich mit Krankheiten auszukennen, ein Architekt hingegen sollte etwas von Winkelmessung verstehen.
Zu guter Letzt bleibt dann noch das „persönliche“ Wissen: dabei handelt es sich um Dinge, die jeder Mensch von sich aus lernt und weiß, weil sie ihn ineressieren.
Beherzigt man diese 3 „Wissens-Schichten“, so hat man gute Chancen im Berufsleben und der Gesellschaft.