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Sprachförderung im Kindergarten

Kinder müssen früh richtig sprechen lernen. Wenn schon in jungen Jahren Probleme auftreten, kann eine Sprachförderung helfen. Am besten fängt man mit der umfassenden Betreuung schon im Kindergarten an.

Zunächst ist es wichtig die Kinder regelmäßig zu beobachten und das Festgestellte zu dokumentieren, am besten geschieht das durch die Erzieherinnen. Einmal im Jahr wird dann alles ausgewertet und es kann ein genaues und fundiertes Urteil über eventuelle Auffälligkeiten formuliert werden.

Im Kindergarten, Quelle: Mike Frajese / pixelio.de

Weiterhin ist darauf zu achten alle Kinder mit in die Sprachförderung mit einzubeziehen, also sprachfördernde Spiele regelmäßig, bewusst, strukturiert und bedeutungsbezogen in den Alltag zu integrieren. Dazu muss sich die Erzieh auch bewusst sein welche Rolle ein Sprachvorbild hat und welche Bereiche der Sprachentwicklung mit in die Förderung einbezogen werden. Die Kinder müssen die Verknüpfung mit Bedeutungszusammenhängen durch regelmäßige, sich wiederholende Übungen lernen und behalten.
Kinder, die auffällig sind, was die Sprachentwicklung angeht sollten dann gesondert in kleinen Gruppen von maximal 6-8 Personen vier Stunden wöchentlich extra gefördert werden, damit sie den Anschluss nicht verlieren. In schwierigen Fällen schadet es auch nicht das Kind dem Kinderarzt oder in weiterführender Behandlung einem Logopäden vorzustellen oder eine sonderpädagogische Sprachförderung erhalten.

Zuletzt geht es aber auch um Prävention. Jeweils am Ende der Kindergarten- und der Grundschulzeit sollten die Erzieherinnen mit allen Vorschulkindern 20 Wochen lang Spiele zur Förderung der phonematischen Bewusstheit und Spiele zur Buchstaben-Laut-Verbindung durchführen. Solche Spiele sind nicht nur kindgerecht sondern verbessern auch die Vorläuferfähigkeiten für den Schreibleseerwerb.

 

Sprachförderung und Integration

Berlin: Hauptstadt,Metropole und Multi-Kulti. Doch gerade in einer Stadt mit hohem Migrantenanteil, gibt es Bezirke, in denen die Grund-und Hauptschulen große Schwierigkeiten mit den Schülern in Puncto Sprache haben.

Doch ist die Beherrschung der Sprache eine Schlüsselkompetenz für die spätere Teilhabe am sozialen,kulturellen,politischen und wirtschaftlichen Leben. Wer die Landessprache nicht spricht, der kann nicht aktiv Teil der Gesellschaft sein.

Dies ist der Grund, warum Berlin jetzt auch ein eher unspektakuläres,aber sehr erfolgsversprechendes Projekt startet. In Berlin-Wedding, einem der ärmsten Viertel Berlins ( jeder 5.Einwohner,davon 40% Kinder bis zu 7 Jahren lebt von Sozialhilfe). Der Wohnraum ist sehr beengt hier, viele Eltern sind selbst bildungsfern und haben nicht die ökonomischen Mittel,ihren Kindern eine bessere Bildung zukommen zu lassen.

90 % der Kinder an der Projektschule sind sogenannte “ndH-Kinder”, was bedeutet,dass sie nicht deutscher Herkunftssprache sind. 80 % von ihnen wurde bei der Einschulungsuntersuchung bescheinigt,dass sie die deutsche Sprache ungenügend beherrschen würden. Denn die Muttersprache bleibt ihr alltägliches Kommunikationsmittel daheim. Obwohl die meisten Kinder nur einen vagen Bezug zu ihrem Herkunftsland haben.

Integration, Quelle: Gerd Altmann / pixelio.de

Das Konzept des Projektes besteht darin,dass die Deutsche Sprache künstlerisch vermittelt werden soll. Dabei werden 3 professionell ausgebildete Erzählerinnen von der UdK (Universität der Künste) den Schülern der 1./2. Klasse zweimal wöchentlich Märchen erzählen. Dabei werden Märchen aus jenen Kulturkreisen erzählt, aus denen die Kinder stammen. Die Märchen werden allerdings nicht in literarischer Form vorgelesen,welche sich ja deutlich von der Alltagssprache unterscheidet, sondern sie werden frei erzählt.

Nach etwa 4 Monaten konnten erste Erfolge verbucht werden. 40 Minuten hören die Kinder inzwischen gespannt zu und sprechen bestimmte Wendungen und Worte nach. Nach und nach erweitert sich ihr Wortschatz und mit der Zeit beginnen sie selbst Märchen zu erfinden und ihren Mitschülern zu erzählen.

Wenn man die Langfristigkeit und die Zeitintensität dieses Projekts betrachtet, so sieht man,dass die Lehrer dieses keinesfalls bereitstellen können, allerdings wäre es eine Option dieser jeder Schule solche professionellen Erzähler zur Seite zu stellen,wie es z.B. schon in England,Frankreich oder Norwegen der Fall ist. Denn somit werden die Kinder künstlerisch integriert und verlieren ihre Sprachbarrieren.